Geld allein macht nicht glücklich
Das gute Leben wird oft materiell definiert. Wir stoßen damit allerdings an Grenzen: die meisten unserer Lebensstile sind nicht verallgemeinbar, so Ines Omann in ihrem Referat zu "Lebensqualität und Konsum".
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Geld allein macht nicht glücklich. So eine alte Lebensweisheit. Oder sagen das nur jene, die sich keine Sorgen darüber machen, wie sie die nächste Stromrechnung bezahlen? Sicher. Wahr ist aber auch, dass es für viele Menschen in unserer Gesellschaft bei ihrem Konsumverhalten schon längst nicht mehr um die reine Befriedigung materieller Grundbedürfnisse geht.
Können wir nun unsere Lebensqualität einkaufen? Manchmal scheint es so.
„So wie du könnt` ich nicht leben.“ Haben Sie das schon mal gesagt, gedacht? Was für den einen Lebensqualität pur bedeutet, ist für die andere beispielsweise unvorstellbar.
Lebensqualität, so erläutert die am Institut SERI forschende Ökonomin Omann, wird einerseits von völlig subjektiven Komponenten (= jede/r braucht was anderes um sich wohl zu fühlen) und andererseits von objektiven Bedingungen bestimmt.
Das gute Leben wird oft materiell definiert. Wir stoßen damit allerdings an Grenzen: die meisten unserer Lebensstile sind nicht verallgemeinbar. Klar ist aber auch, dass Lebensqualität nicht linear mit steigendem Konsum einhergeht. Viele Menschen befinden sich heute in so genannten „Tretmühlen des Glücks“ (Status-, Anspruchs-, Multioptions- und Zeitspartretmühle). Glück steigt mit den Einkommen nur bis zur Befriedigung der Grundbedürfnisse, dann nur mehr wenig bis gar nicht. Burn out und Klimawandel haben die gleichen Ursache: Wir arbeiten zu viel!
Es geht nicht darum, dass ich begründen muss, warum ich dieses oder jenes Bedürfnis habe. Sehr wohl politisch und gesellschaftlich relevant ist die Frage, mit welcher persönlichen Strategie ich dieses Bedürfnis befriedige. Zu sehen ist auch, dass es Spannungen innerhalb der Bedürfnisse gibt, wie etwa beim Bedürfnis nach einer intakten Umwelt versus jenem nach individueller Freiheit. Auf die Strategien zur Erfüllung unserer Bedürfnisse kann politisch Einfluss genommen werden.
Was tun?
Effizienz allein reicht nicht. Es geht um Suffizienz, also absolut weniger zu verbrauchen. Mögliche Strategien dafür können Mischarbeit, Ökoeffizienz, Gesundheitsvorsorge, Slow food oder verschiedenste Elemente des „simple living“ sein.
Als politische Herausforderungen beschreibt die Referentin etwa die Aufgabe einer positiven Kommunikation zum Thema, die Einflussnahme auf Rahmenbedingungen (Bsp. Ökosteuern), die Frage der Bewusstseinsbildung und Vorbildwirkung und jene der Partizipationsmöglichkeiten der Menschen.
In ihrem politischen Kommentar zum Vortrag weist Labg. Ulrike Schwarz darauf hin, dass persönlicher Konsumverzicht eng mit der Frage der Bildung und des persönlichen Bewusstseins zusammen hängt. Bildung, gemeint als soziale Kompetenz und Handlungskompetenz.
Ein praktischer Vorschlag ihrerseits zur Entlastung der KonsumentInnenentscheidungen: Anstatt mit den teils verwirrenden und irreführenden Produktkennzeichnungen sollte jedes Produkt mit dem jeweiligen ökologischen Fußabdruck gekennzeichnet sein.
Webtipps:
www.esgehtumwas.at
www.seri.at