Effizienzsteigerungen kritisch hinterfragen
Marina Fischer Kowalski: „Ressourcenverbrauch und Effizienz – von technischen zu gesellschaftlichen Lösungen“
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Größere Öffentlichkeit hat die Frage der Effizienz im Zusammenhang mit der Umweltproblematik erstmals in den 80er Jahren erhalten. Als nämlich die Wissenschafter Weizsäcker/Lovins die Idee des Faktor 4 bzw. Faktor 10 in die öffentliche Diskussion brachten. Gemeint ist hier, dass es größeren Wohlstand trotz Einsparungen von Ressourchen durch Effizienzsteigerungen in der Produktion und beim Produkt selbst geben kann.
Ganz allgemein gesprochen geht es beim Thema Effizienz um die Frage, wie viele Einheiten Input braucht man, um eine Einheit eines erstrebenswerten Gutes (Output) zu erreichen. In der Wissenschaft wird hier zwischen technischer und ökonomischer Effizienz unterschieden. Es gibt aber auch den Begriff der gesellschaftlichen Effizienz: wie viel Lebensqualität kann man mit wie vielen Ressourcen erreichen.
Historisch gesehen wurden die spektakulärsten Erfolge im Bereich technischer Effizienzsteigerungen erreicht. So wurde z.B. bereits der Faktor 30 000 bei der Umwandlung von Energie in Licht erzielt, ähnliches ist auch schon im IT-Bereich gelungen. Mittlerweile sind wir allerdings in manchen Bereichen an tatsächliche Limits, so genannte „technische lock-in“ gestoßen. Das heißt nicht, dass nun weitere Forschungen sinnlos wären. Nein, es bedeutet die Notwendigkeit eines Technologiewechsels.
Vergleiche des Ressourcenverbrauchs über Jahrzehnte hinweg zeigen eine langfristige Steigerung der ökonomischen Energie-Effizienz in Industrieländern. Aber Vorsicht! Nicht alles was nach ressourceneffizientem Verbrauch aussieht, ist auch einer. Häufig erreichen reiche Staaten Verbesserungen dadurch, dass sie energie- und materialintensive Prozesse an ärmere Länder auslagern. Sprich, sie profitieren von der internationalen Arbeitsteilung.
Wenn wir heute Länder in ihrer Effizienz vergleichen, muss man immer mitdenken, welche Rolle sie in der internationalen Arbeitsteilung in der Welt haben.
In ihrem politischen Kommentar zum Referat ergänzt die Grüne Umweltsprecherin Ruperta Lichtenecker, dass Materialflussrechnungen für Österreich von ¾ nicht erneuerbarem Material sprechen. Dieser Anteil ist in den letzten 30 Jahren stark gestiegen und erklärt sich zum großen Teil aus den fossilen Energieträgern. Ansatzpunkte der Politik liegen etwa im Bereich der Raumplanung, Infrastrukturgestaltung etc. Das neue Grüne öko-steuer Modell würde dazu ebenfalls einen enorm wichtigen Beitrag leisten. Lichtenecker hebt auch kleine und dennoch wichtige Beispiele vor den Vorhang wie RepaNet, ein Arbeitslosenprojekt in dem kaputte Dinge wie Waschmaschinen etc. wieder hergerichtet und weiter verkauft werden.